2010-03-16
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Weltweit fallende Mieten von Industrie- und Logistikflächen spiegeln Rückgang der Konsumgüternachfrage wider
Global: Zwei indische Standorte mit größtem Plus - Ost- und Westeuropa im Gegensatz - Mieten in Südamerika am widerstandsfähigsten - Heathrow teuerster Standort der Welt - Hongkong vom neunten auf den dritten Platz aufgestiegen - Frankfurt brutto, München netto am teuersten
Weltweit sind die Mieten von Industrie- und Logistikflächen im vergangenen Jahr durchschnittlich um 5,5 % gesunken. Diese Mietpreisentwicklung ist die Konsequenz aus einem nie dagewesenen Rückgang der Konsumgüternachfrage im Zuge der weltweiten Rezession. Cushman & Wakefield (C&W) berichtet nun das erste Mal seit Auflage seines Marktreports „Industrial Space Across the World“ vor 15 Jahren, dass in sämtlichen Regionen die Spitzenmieten nachgegeben haben.
„Die Mieten von Industrieflächen sind der Schlüsselindikator für die Wirtschaftsentwicklung“, erklärt Inga Schwarz, verantwortlich für das Research von C&W in Deutschland. „Sie sind untrennbar mit der Entwicklung im industriellen Sektor wie auch der Konsumentennachfrage verbunden.“ Trotz des gemeldeten Rückganges, haben sich zum Jahresende 2009 die Zeichen für eine Mietpreisstabilisierung verdichtet. Für die zweite Jahreshälfte 2010 erwartet C&W erste Mietpreissteigerungen – in deutlicher Abhängigkeit vom Grad der Erholung des weltweiten Handels.
Zwei indische Standorte mit größtem Plus
Im Gesamtranking der 49 teuersten Industriestandorte der Welt hält die Region des Londoner Flughafens Heathrow bei brutto 16,69 Euro/m²/Monat unverändert den ersten und Tokio bei brutto 12,64 Euro/m²/Monat den zweiten Platz. Vom neunten auf den dritten Platz aufgestiegen ist Hongkong mit einem Spitzenmietpreis von brutto 12,16 Euro/m²/Monat.
„Nur an einigen wenigen Standorten konnte im vergangenen Jahr ein Anstieg der Mieten verzeichnet werden“, so Schwarz, „was in der Regel auf den Mangel an modernen Industrie- bzw. Logistikflächen zurückzuführen ist.“ Zwei indische Standorte verzeichneten 2009 die höchsten Preisanstiege weltweit: Gurgaon in Neu Delhi mit einem Plus von 16,7 % und der Standort Chakan in Pune mit Plus 15,4 %.
In Europa Ost und West im Gegensatz
In Europa fiel die Mietpreisentwicklung sehr gegensätzlich aus: In Westeuropa fielen die Spitzenmieten im industriellen Segment über das Jahr um 3 % und in Mittel- und Osteuropa über 12 %.
Die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen vermelden die größten Mietpreisrückgänge mit jeweils über 30 %. In Russland sanken die Mieten im Premiumsegment der Industrie- und Logistikimmobilien um 21 % und in der Ukraine um 22 %. In Westeuropa registrierte Irland mit 20 % den stärksten Rückgang der Spitzenmieten.
Südamerika am widerstandsfähigsten
Weltweit zeigten sich die Industriestandorte Südamerikas am widerstandsfähigsten gegen die Krise und sanken hier im Durchschnitt lediglich um 0,1 %. Für die wichtigen Standorte Sao Paulo und Rio de Janeiro wurden gar Mietpreissteigerungen vermeldet. Die Städte sind zu dem zweit- bzw. drittteuersten Industriestandort des amerikanischen Kontinents aufgestiegen, angeführt vom kanadischen Ottawa, das mit brutto 7, 59 Euro/m²/Monat der teuerste Standort ist.
In der Asien-Pazifik-Region haben die Mieten in 2009 am stärksten nachgegeben: im Durchschnitt um 6,4 %. In Australien und Singapur wurden mit -17 % bzw. -16 % die stärksten Rückgänge registriert. Tokio, zweitteuerster Standort der Gesamtrangliste, bleibt der teuerste Standort dieser Region, wenngleich die Spitzenmiete hier ebenfalls um 13 % zurückgegangen ist.
Frankfurt brutto, München netto am teuersten
Der teuerste Industriestandort Deutschlands, das im Gesamtranking Platz 19 belegt, ist nach der Bruttomietpreiserhebung Frankfurt mit 7,00 Euro/m²/Monat Spitzenmiete in der Flughafenregion.
Im Nettomietpreisvergleich führt München (netto 6,50 Euro/m²/Monat) das deutsche Standort-Ranking an, Hamburg und Frankfurt (netto 6,00 Euro/m²/Monat) belegen beide den zweiten Platz und Düsseldorf (netto 5,50 Euro/m²/Monat) Platz drei.
Im Nachbarland Schweiz belegt Genf mit brutto 11,60 Euro/m²/Monat Spitzenmiete den vierten Platz des Gesamt-Rankings der teuersten Industriestandorte der Welt und das österreichische Wien befindet sich mit brutto 5,90 Euro/m²/Monat auf Platz 27.
Susanne Weber für Cushman & Wakefield - 2010-03-16
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