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2009-07-14

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Deutschland | Finanzmarkt, Bank

UniCredit Group veröffentlicht Kapitalmarktausblick für das zweite Halbjahr 2009

Deutschland: Die UniCredit Group sieht zunehmend Wachstumschancen für die deutsche Wirtschaft. Das wirkt sich auch positiv auf den deutschen Aktienmarkt aus: Die Stabilisierung an den Aktienmärkten sollte sich weiter fortsetzten, so dass der DAX zum Jahresende in etwa bei 5100 Punkten notieren dürfte. Die Leitzinsen werden weiterhin auf dem niedrigen Niveau verharren. Der Euro kann im Vergleich zum US-Dollar noch weiter an Wert gewinnen.


Deutsche Wirtschaft: Wachstum rückt wieder in greifbare Nähe

Die UniCredit Group sieht für die deutsche Wirtschaft deutliche Anzeichen für eine spürbare Verbesserung nach einer langen Durststrecke. So sorgten die jüngsten Auftragseingänge und Produktionszahlen für positive Überraschungen. Zwar ist es zu früh, endgültig Entwarnung zu geben. Das reale BIP dürfte im Frühjahr noch leicht geschrumpft sein. "Die Chancen auf Wachstum nach der Sommerpause stehen aber gut", sagt Andreas Rees, Chefvolkwirt in Deutschland bei der UniCredit Group. "Möglicherweise erholt sich die deutsche Wirtschaft sogar wesentlich kräftiger als erwartet und wir können einen V-förmigen Aufschwung verzeichnen." Dafür spricht zum einen der äußerst starke Lagerabbau der Unternehmen seit Herbst vergangenen Jahres. Die Lager sind mittlerweile nahezu leer geräumt. Selbst ein nur vergleichsweise geringes Anziehen der Nachfrage würde deshalb genügen, damit die Unternehmen wieder ihre Produktion hochfahren. Für den deutschen Arbeitsmarkt sind dies gute Nachrichten. Auch wenn die tiefe Rezession noch nachwirkt und sich ein weiterer Anstieg der Arbeitslosigkeit nicht verhindern lässt: Zumindest ein Teil der 1,4 Mio. Kurzarbeiter dürfte in den nächsten Monaten wieder Vollzeit arbeiten. Neben einem Anspringen der Industriekonjunktur erhöhen auch die Konjunkturpakete weltweit die Chancen auf positive Überraschungen. Nach der Sommerpause dürften sie sowohl in den USA als auch in Deutschland zusehends greifen.

Bei allen positiven Nachrichten sollte ein Aspekt allerdings nicht vergessen werden: Aus einem "V" kann ein "W" werden. Der Aufschwung stellt sich möglicherweise allzu rasch als Strohfeuer heraus. Wenn die Fiskalpakete nächstes Jahr auslaufen, besteht die Gefahr eines konjunkturellen Rückschlags. Hinzu kommen anhaltend strukturelle Probleme in der Weltwirtschaft. Die Verschuldung der amerikanischen Konsumenten beläuft sich auf knapp 100% des BIP. Das Abtragen dieses Schuldenbergs wird etliche Jahre dauern und als eine Art globale Konjunkturbremse wirken.

Euro gewinnt gegenüber dem US-Dollar weiter an Stärke

Die UniCredit Group sieht derzeit noch wenig Anzeichen für einen festeren US-Dollar. Grund dafür ist unter anderem die anhaltende Diskussion um den Status des US-Dollar als Weltwährungsreserve und die Furcht vor einem drohenden Verlust des amerikanischen AAARatings.

Mit Blick auf das erste Halbjahr 2010 geht die UniCredit Group daher von einem in Richtung 1,50/1,55 laufenden EUR-USD-Wechselkurs aus.

Der IWF revidierte zuletzt den globalen Wachstumsausblick für das Jahr 2010 von 1,9% auf 2,5% nach oben. Getragen von der Hoffnung auf eine konjunkturelle Stabilisierung, lag die aktuelle Performance der Carry Trade/Forward Rate Bias-Strategien (z.B. die Anlage in den drei Hochzinswährungen und Finanzierung in den drei Niedrigzinswährungen) im G10- Universum für das erste Halbjahr 2009 um 12,8% über dem risikolosen eldmarktertrag, nachdem das Jahr 2008 um 20,1% unter dem Ertrag des 3M Euribor-Satzes abgeschlossen hatte. "In den kommenden Monaten rechnen wir mit verbesserten Wachstumdaten und die Marktteilnehmer werden auf eine globale Heilung in 2010 setzen", sagt Michael Rottmann, Leiter Zins- und Währungsstrategie bei der UniCredit Group.

"Innerhalb des G10-Universums sind unsere Favoriten für die kommenden sechs Monate die Währungen des pazifischen Beckens (AUD und NZD), die von steigenden Rohstoffpreisen und aufgrund der geographischen Nähe zum konjunkturellen Hoffnungsträger China profitieren sollten." Außerdem dürfte aufgrund des hohen Exposures der heimischen Banken in den baltischen Ländern die schwedische Krone an Stärke gewinnen. Die Verlierer der nächsten Monate dürften JPY und CHF sein. Mit der Intervention gegen den Schweizer Franken hat die Schweizerische Nationalbank ein klares Signal vorgegeben: EUR-CHFKurse von nachhaltig unter 1,50 werden nicht toleriert.

Moderat steigende Kapitalmarktrenditen bei Staatsanleihen

Die Hoffnung auf eine globale Heilung dominiert wie schon die Wechselkurse auch die Bondmärkte. Mit den verbesserten Wachstumsprognosen dürften auch die Leitzinsniveaus in den G10-Ländern am unteren Ende angekommen sein. Die EZB wird das Leitzinsniveau wohl bis tief ins Jahr 2010 auf dem derzeitigen Niveau von 1% halten. Eine erste Leitzinsanhebung sieht das Research-Team gegenwärtig erst zu Beginn des Jahres 2011.

Parallel zum Leitzinsniveau dürften sich auch die Geldmarktsätze (Euriborsätze) nicht mehr deutlich nach unten bewegen. Das Niveau um 1% dürfte in den kommenden Monaten Bestand haben.

Auch der Staatsanleihensektor im Euroland war im zweiten Quartal mit einem geringen Ertrag von 0,62% ähnlich enttäuschend wie schon das erste Quartal mit einem Ertrag von 0,88%. Der Gesamtertrag seit Jahresbeginn liegt damit bei niedrigen 1,51%. Speziell die mehr als zehnjährigen Laufzeiten blieben unter Druck und weisen seit Jahresbeginn einen Verlust aus. Sehr positiv war hingegen die Performance von inflationsgeschützten Staatsanleihen: Trotz eines kontinuierlichen Rückgangs in der ausgewiesenen Inflationsrate legte das ein- bis zehnjährige Segment dieser Assetklasse um 4,03% im ersten Halbjahr 2009 zu. Die Aussichten für Staatsanleihen bleiben durchwachsen. Der jüngste Renditerückgang sollte nicht täuschen. Einiges an Geld aus dem 12-Monatstender ist als Variante des Carry Trades an das lange Ende gewandert – eine Tendenz, die sich kaum mit ähnlicher Intensität fortsetzen wird. "Sorgen die zahlreichen bevorstehenden Datenveröffentlichungen für weitere positive Überraschungen und eine weitere ufwärtsrevision der Wachstumserwartungen in 2009 und 2010, so bleibt der generell verhaltene Ton in Staatsanleihen bestehen", erklärt Michael Rottmann. "Sollte sich hingegen auf Basis verbesserter Daten der Zeitpunkt der ersten Leitzinsanhebung noch weiter nach vorne verschieben, dürfte sich auch die Sorge um mögliche schlechtere Ratings in den USA, im Euroraum und Osteuropa abmildern. Das würde für eine gewisse Entspannung in den langfristigen Renditen sorgen." Im ersten Halbjahr 2010 wird sich herauskristallisieren, ob die Rückkehr zu ehemaligen Wachstumsraten gelingt.

Stabilisierung an den Aktienmärkten

In den nächsten Monaten werden der Konjunkturzyklus und seine Rückwirkungen auf die Profitabilität der Unternehmen die wichtigsten Einflussfaktoren für die Aktienkurse bleiben.

Zwar haben die Märkte im Verlauf des ersten Halbjahres bereits eine zunehmende Unterstützung durch steigende Frühindikatoren erhalten, aber harte ökonomische Daten befinden sich immer noch in einer Bodenbildungsphase.

Den Aktienmärkten steht daher ein "Realitäts-Test" bevor, der die Risiken stärker in den Vordergrund rücken dürfte. "Wir gehen von einem letztendlich erfolgreichen Abschluss dieser Phase aus und halten eine nachhaltige Verschlechterung des Aktienmarktumfelds für unwahrscheinlich", sagt Gerhard Schwarz, Leiter globale Aktienstrategie. Vielmehr wird der Aktienmarkt neue Impulse erhalten, wenn weitere Indizien über die Stärke der Erholung der Wirtschaft und der Gewinnbasis sichtbar werden. Dies ist zwar im Verlauf des dritten Quartals durchaus zu erwarten, es könnte jedoch einige Zeit dauern, bevor die Investoren auch von der Tragfähigkeit der Verbesserungen überzeugt sind. In der Zwischenzeit sollte der niedrige Investitionsgrad vieler Anleger dazu beitragen, Kursrückschläge zu begrenzen.

Zudem dürfte eine Stabilisierung der Konsens- ewinnschätzungen für die Unternehmensgewinne schon unmittelbar bevorstehen, wodurch ein markanter Belastungsfaktor der letzten Monate wegfallen wird. Obwohl die Bewertungen sich schon deutlich von ihren im Oktober erreichten Tiefpunkten erholt haben, befinden sich die KGV's immer noch unterhalb ihrer im letzten Zyklus etablierten Bandbreite, welche angesichts positiver Signale von Seiten niedriger Volatilitäten, engerer Credit Spreads und einer sich allmählich verbessernden Zuversicht in die Wirtschaft wieder erreicht werden sollte. Die UniCredit Group bleibt deshalb bei einer konstruktiven Aktienmarkteinschätzung und erwartet den Euro STOXX 50 zum Jahresende 2009 bei 2.500 Punkten.

Presseabteilung für HypoVereinsbank - 2009-07-14

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