2010-02-10
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Deutschland | Unternehmen
Liegenschaftsfonds Berlin: Mehr Verkäufe als je zuvor - jedoch weniger Umsatz
Berlin: Im Jahr 2009 verkaufte der Liegenschaftsfonds Berlin 676 Immobilien im Gegenwert von rund 156 Millionen Euro. Trotz der um 16 Prozent gestiegenen Zahl an Vertragsabschlüssen brach der Ver¬kaufser¬lös um gut ein Drittel gegenüber dem Vorjahr ein. 135 Millionen Euro wurden an den Berliner Landeshaushalt abgeführt. Die Berliner Bezirke waren mit rund 20 Millionen Euro an dem Erlös beteiligt.
Holger Lippmann, Geschäftsführer des Liegenschaftsfonds Berlin: "Der Markt für Projektentwicklungen und fremdkapitalintensive Großinvestitionen ist im letzten Jahr nahezu komplett eingebrochen. Die Folge ist, dass wir im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur rund 66 Prozent des Umsatzes realisieren konnten - und das, obwohl wir mehr Verträge abgeschlossen haben als je zuvor. Ohne Frage war 2009 ein schwieriges Jahr für die Immobilienbranche und gerade für den Verkauf großvolumigerer Immobilien. Daher lag die Vermarktung der so¬wieso wenigen Filetstücke in unserem Portfolio zum Großteil auf Eis und wir ha¬ben uns fast ausschließlich auf unser Hauptgeschäft konzentriert: den Verkauf kleinteiliger Immobilien um die 100.000 Euro - zumeist an private Käufer mit guter Eigenka-pitalquote für die Wohnnutzung.“
Insgesamt kann Berlin eine anhaltend hohe Attraktivität im Wohnsegment be¬scheinigt werden. Eine starke, kaum mehr bedienbare Nachfrage nach Wohn¬häusern und Wohnbaugrundstücken verzeichnete der Liegenschaftsfonds 2009 vor allem in den etablierten innerstädtischen Lagen wie Mitte, Prenzlauer Berg oder Friedrichshain-Kreuzberg, aber auch in den beliebten Randbezirken Steg¬litz-Zehlendorf, Pankow oder Reinickendorf. Neben privaten Einzelkäufern und Bauträgern hat der Anteil der Baugruppen unter den Kunden deutlich zuge¬nom¬men.
Der durchschnittliche Beurkundungswert je Grundstück belief sich 2009 auf gut 230.000 Euro. Fünf Prozent der Verträge schloss der Liegenschaftsfonds über Objekte ab einer Million Euro Kaufpreis ab, wobei diese Immobilien 54 Prozent des Beurkun-dungsvolumens ausmachten. 70 Prozent der Verkäufe lagen 2009 unter 100.000 Euro.
Dr. Christian Sundermann, Staatssekretär der Senatsverwaltung für Finanzen und Vorsitzender des Aufsichtsrates des Liegenschaftsfonds: "Der Liegenschaftsfonds hat in einem schwierigen Marktumfeld viel gutes geleistet. Er ist ein respektierter Gesprächspartner bei Investoren, das spricht für die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit. Man muss sich aber bewusst sein das man Tafelsilber nur einmal verkaufen kann und man die weitere Vermarktung von Liegenschaften mit Augenmaß fortführt.“
Top Verkäufe 2009
Zu den wichtigsten Abschlüssen des Jahres 2009 zählen u. a. das Robert-Koch-Institut an der Dorotheenstraße, ein hundert Jahre altes Wohn- und Geschäfts¬haus in der Rosa-Luxemburg-Straße 14, ein Grundstück an der Neu¬köllnischen Allee sowie die Immobilien Heubnerweg 4, 6, Pestaloz¬zistraße 17 und Oranien¬straße 140-142.
Qualifizierung
Ein immer stärkeres Gewicht nimmt beim Liegenschaftsfonds Berlin die Vorbe¬reitung und Vermarktung von Entwicklungsstandorten ein. Hierbei handelt es sich um Grundstücke, die aufgrund ihrer komplizierten planungsrechtlichen Situatio¬nen schwer oder überhaupt nicht vermarktbar sind und daher auf unabsehbare Zeit brach liegen würden. Durch aktive Qualifizierung wird ihre Vermarktungsfä¬higkeit verbessert bzw. überhaupt erst hergestellt. Dabei werden die Immobilien selbst nicht verändert, renoviert oder umgestaltet. Vielmehr investiert der Liegen¬schaftsfonds in "Papier“ - zum Beispiel Gutachten verschiedenster Art - oder unterstützt den Bezirk dabei, Planungsrecht zu schaffen.
2010 im Angebot
Zu den Qualifizierungsgrundstücken, die der Liegenschaftsfonds 2010 auf den Markt bringt, zählen u. a. ein nun zur Wohn¬bebauung geeignetes Eckgrundstück an der Schwyzer Straße und ein nicht mehr genutztes Schulgelände an der Krausen¬straße in Mitte sowie - in Steglitz-Zehlendorf - der frühere Gärt¬nerei¬standort an der Fischerhüttenstraße und repräsentative Wassergrundstü¬cke auf der Havel¬insel Schwanenwerder.
Darüber hinaus sind 2010 das ehemalige Krematorium Wedding, ein nicht mehr benötigtes Hochschulgebäude an der Tresko¬wallee und das frühere Gelände einer Freizeit- & Bildungsstätte in Kladow im Angebot des Liegenschaftsfonds. Außerdem: das ehemalige Kulissenhaus der Staatsoper Unter den Linden an der Französi¬schen Straße, nicht mehr genutzte Flä¬chen des Blumengroßmarktes an der Friedrichstraße sowie ein Speicher auf der Insel Eiswerder.
LiegenschaftsfondsREPORT
Im März 2010 veröffentlicht der Liegenschaftsfonds die vierte Ausgabe des jährli¬chen Marktberichts "LiegenschaftsfondsREPORT“. In seinem umfassenden Da¬ten- und Analyseteil erläutert der Bericht anschaulich und transparent die aktuel¬len Geschäftszahlen des Liegenschaftsfonds und leitet Schlüsse für den gesam¬ten Berliner Immobilienmarkt ab. Einen Schwerpunkt bilden dabei die Segmente Wohnen und Gewerbe sowie deren Teilmärkte.
Irina Dähne für Liegenschaftsfonds Berlin - 2010-02-10
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