2010-10-11
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Deutschland | Gewerbe-Immobilien-Marktinformationen, Gewerbeimmobilien: Büro, Immobilien-Makler
Lebhafte Sommermonate auf dem Bürovermietungsmarkt - Deutliches Plus beim Flächenumsatz
Deutschland: Die Sommermonate verliefen in den meisten von Colliers Deutschland untersuchten Städte Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, München und Stuttgart sehr lebhaft. „Der gesamte Büroflächenumsatz legte im Vergleich zu den Monaten Januar bis September 2009 um knapp 20 % auf ca. 1,92 Mio. m² zu“, berichtet Andreas Trumpp, Head of Research bei Colliers Deutschland.
„Mit diesem Umsatzergebnis ist fast exakt der Mittelwert der vergangenen fünf Jahre erreicht worden“, ergänzt er außerdem. Ende des zweiten Quartals betrug das Umsatzplus noch 11 %. Die deutlichste Zunahme verzeichnete Düsseldorf (275.000 m²), wo vor allem die Anmietung von Vodafone (90.000 m²) zu der mehr als Verdoppelung des Flächenumsatzes führte. Lediglich in Stuttgart lag das Umsatzergebnis (116.500 m²) unter dem Niveau des Vorjahres (-13 %). Umsatzspitzenreiter ist München mit 427.800 m² (+ 7 %) vor Frankfurt am Main mit 394.500 m² (+ 30 %), Hamburg mit 360.000 m² (+ 20 %) und Berlin mit 341.800 m² (+ 3 %).
Gleichzeitig nahmen allerdings die Flächenleerstände zu. In Frankfurt am Main, wo die Marktaktivitäten derzeit eher von Mietvertragsverlängerungen denn von Umzügen und Neuanmietungen geprägt werden, stehen derzeit ca. 2,09 Mio. m² Büroflächen zur kurzfristigen Anmietung zur Verfügung. Dies entspricht einer Leerstandsquote von 17,8 %. In München stehen derzeit ca. 1,76 Mio. m² (7,9 %) Bürofläche leer, gefolgt von Berlin mit ca. 1,55 Mio. m² (8,7 %), Hamburg mit ca. 1,24 Mio. m² (9,6 %) und Düsseldorf mit 0,90 Mio. m² (11,7 %). Auch in Stuttgart, dem Markt mit der geringsten Leerstandsquote (7,0 %), mussten im Vergleich zum Vorjahr Leerstandssteigerungen verzeichnet werden. Hohe Fertigstellungsvolumina und gleichzeitig niedrigere Flächenumsätze als vor der Wirtschaftskrise sorgten in allen Märkten für eine ähnliche Entwicklung. Der Höhepunkt der Fertigstellungen des aktuellen Zyklus‘ ist in den meisten Städten in diesem Jahr erreicht. Während 2010 ca. 1,3 Mio. m² Büroflächen fertig gestellt werden, sind es 2011 noch ca. 820.000 m² und 2012 sogar nur noch ca. 643.000 m². Vor allem Düsseldorf (67 %) und Frankfurt am Main (70 %) weisen bis 2012 deutlich überdurchschnittliche Vorbelegungsquoten auf. In München werden 2012 sogar nur noch ca. 26.400 m² Bürofläche auf den Markt kommen. „Durch die zahlreichen noch im Bau befindlichen Projekte vor allem in der HafenCity weist lediglich Hamburg aktuell eine vergleichsweise unterdurchschnittliche Vorbelegungsquote von 43 % auf“, analysiert Trumpp.
Trotz der hohen Leerstände ist Frankfurt für Mieter nach wie vor das teuerste Pflaster. Die Spitzenmiete liegt aktuell bei 37,- €/m² im Monat, eine Steigerung im Jahresvergleich von um 4,- €/m², d.h. von über 12 %. München folgt mit etwas Abstand und 28,- €/m², einem im Jahresvergleich um knapp 7 % niedrigeren, im Vergleich zum Vorquartal aber stabilen Wert, auf dem zweiten Platz. Düsseldorf (23,50 €/m²) und Hamburg (23,- €/m²) liegen nahezu gleichauf vor Berlin (20,- €/m²) und Stuttgart (17,- €/m²). Bei der Durchschnittsmiete zeigt sich ein ähnliches Bild. Frankfurt am Main liegt mit durchschnittlich 20,- €/m² an der Spitze vor dem Stadtgebiet München mit 15,27 €/m². Düsseldorf (14,30 €/m²), Hamburg (13,50 €/m²), Berlin (11,90 €/m²) und Stuttgart (11,60 €/m²) folgen auf den weiteren Plätzen.
„Durch den sich verstetigenden konjunkturellen Aufschwung ist eine spürbare Belebung auf der Nachfrageseite festzustellen“, berichtet Andreas Trumpp weiter. Wir erwarten daher, dass die Flächenumsätze zum Ende des Jahres hin und dann vor allem ab Anfang 2011 weiter zulegen – vorausgesetzt, das Wirtschaftswachstum bleibt erhalten. Zusätzliche Mitarbeiter werden in der Regel erst nach einem längerfristigen Aufschwung eingestellt. Bis dahin werden, und dies gilt vor allem für die aktuelle Situation, zunächst freie oder unterausgelastete unternehmensinterne Kapazitäten genutzt. Ein Mietwachstum ist trotz der tendenziell leicht steigenden Flächenumsätze aufgrund des weiter zunehmenden Flächenangebotes vorerst nicht zu erwarten.
Andreas Trumpp für Colliers PropertyPartners - 2010-10-11
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