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2012-06-04

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Deutschland | Gewerbe-Immobilien-Marktinformationen, Gewerbeimmobilien: Einzelhandel

Ladenlokale Innenstadt Düsseldorf: Schon immer erste Liga

Düsseldorf: Nie mehr zweite Liga? Während die Kicker der Fortuna ganze fünfzehn Jahren auf ihre Erstklassigkeit hinarbeiteten, spielt der Düsseldorfer Einzelhandel schon lange in Deutschlands erster Klasse der Einkaufsstädte. Eine hervorragende Kaufkraft, hohe Umsätze und die sehr gute Zentralität machen aus der Rheinstadt sogar ein deutschlandweites Schwergewicht, schreibt das auf innerstädtische Einzelhandelsimmobilien spezialisierte Maklerhaus LÜHRMANN in seinen aktuellen Citynews Düsseldorf.

Die Rheinmetropole trotzt erfolgreich der Konkurrenz, weder das dicht besiedelte Ruhrgebiet, noch die unmittelbare kölsche Nachbarschaft setzt der Landeshauptstadt zu. Im Gegenteil, Düsseldorfs Einzelhandel profitiert dagegen von der hohen Bevölkerungsdichte des Kerneinzugsbereichs. Allein in den umliegenden Städten Krefeld, Neuss, Mettmann, Duisburg und Mühlheim leben rund zweieinhalb Millionen potentielle Kunden mit einem jährlichen Kaufkraftpotenzial von über zehn Milliarden Euro. Und die zieht es tatsächlich in die Düsseldorfer Innenstadt, als Beweis genügt oftmals schon der Blick auf die Nummernschilder der Autos an einem durchschnittlichen Einkaufsamstag.

Doch Gott sei Dank, auch die Düsseldorfer geben ihr Geld gerne in ihrer Innenstadt aus, wie Achim Weitkamp, Geschäftführender Gesellschafter bei LÜHRMANN Düsseldorf, bestätigt: „Obwohl die Konkurrenz in der polyzentrisch aufgebauten Metropole mit knapp 50 Stadtteilen groß ist. Mehrere Stadtteilzentren und Fachmarktstandorte bemühen sich unentwegt um Kundschaft. Doch gegen Düsseldorfs Haupteinkaufsziele Schadowstraße, Königsallee, Flinger Straße & Co. ist es traditionell schwer zu bestehen. Die Angebotsstruktur in der 1A-Lage ist dermaßen heterogen, dass dieses eigentlich unübliche nebeneinander von Luxus, Konsumware und Young Fashion schon einem Alleinstellungsmerkmal gleich kommt. De facto unterscheidet sich Düsseldorf damit von allen anderen Einkaufsstandorten im Westen Deutschlands. Ein Pfund, mit dem erfolgreich gewuchert wird.“

Herzstück des innerstädtischen Einzelhandels ist die Königsallee. Konzentrierte sich der Einzelhandel früher lediglich auf den östlichen Straßenabschnitt, so wurde mit dieser Tradition zumindest durch die Eröffnung von Abercrombie & Fitch gebrochen. Dennoch bleibt die Lage insgesamt vorwiegend den teuren Anbietern vorbehalten. Während die Filialisten des Massengeschmacks sich dahingegen eher auf der Schadowstraße wiederfinden, bevorzugen szenige Unternehmen oftmals die Flinger Straße.

Das eingeschränkte Flächenangebot und die weiter anhaltende starke Nachfrage lassen die Mietpreise für Einzelhandelsflächen in Spitzenlage kontinuierlich steigen. Der Quadratmeter eines Ladenlokals auf der Schadowstraße kann mittlerweile bis zu 230 Euro im Monat kosten. In einigen Bereichen der Königsallee werden sogar 235 Euro pro Quadratmeter und Monat fällig. Damit liegt das Düsseldorfer Mietpreisniveau weitaus höher als etwa in den ähnlich großen Städten Hannover, Dortmund oder Bremen.

Aktuelles

Nach Stores in Nürnberg, Bremen und Köln hat die britische Schuhmarke Clarks Anfang April auch in der Düsseldorfer Flinger Straße einen Laden in Eigenregie eröffnet. Auf rund 140 Quadratmetern Verkaufsfläche präsentiert das Unternehmen sein Angebot an Damen- und Herrenschuhen, Sportmodellen und Clarks-Originals mit typischer Kreppsohle. Bislang befand sich hier Levi’s Jeans.

Kurz zuvor hatten schon der Wäsche- und Strumpfwarenspezialist Calzedonia eine rund 150 Quadratmeter große Einzelhandelsfläche in dem Geschäftshaus Flinger Straße 68 angemietet, die bis dato von Biba genutzt wurde und das neue Adidas-Konzept Neo einen Laden an der Flinger Straße 38 (vormals S.Oliver) eröffnet. Mit dem kurz zuvor in Hamburg gestarteten Label wenden sich die Herzogenauracher gezielt an eine junge Zielgruppe, die ihr Streetwear immer häufiger bei der textilen Konkurrenz aus Schweden und Spanien kauft.

Neu auf der Kö ist indes der niederländische Menswear-Spezialist Suitsupply, der sich anschickt, von Düsseldorf aus den deutschen Markt zu erobern. Im Februar eröffnete in der Königsallee 61 hierzu der erste von mehreren geplanten deutschen Stores. Suitsupply bietet neben günstigen Herrenanzügen aus italienischen Stoffen auch Hemden, Krawatten, Schuhe und Accessoires für Männer. Derzeit betreibt Suitsupply weltweit über 40 Läden.

Noch in diesem Jahr will zudem das türkische Modelabel Sarar einen Shop auf der Kö eröffnen. Hierfür hat das Unternehmen ein rund 750 Quadratmeter großes Ladenlokal an der Königsallee 82-84 angemietet, das zuletzt vom Herrenausstatter Herbert Stock genutzt wurde. Im Spätsommer ist die Eröffnung geplant. Das Traditionsunternehmen aus Istanbul gehört zu den wichtigsten türkischen Bekleidungsanbietern. Neben eigenen Kollektionen wird auch in Lizenz für internationale Marken wie Esprit, Marc O’Polo und Tommy Hilfiger produziert.

Auf der Schadowstraße eröffnete kürzlich der zweite Rewe to go Deutschlands. Wie schon in Köln liegt auch hier der Schwerpunkt des Konzepts auf frischen Nahrungsmitteln zum sofortigen Verzehr. Früher befand sich in dem Haus eine Filiale von Dunkin Donuts, deren zweite Ladenfläche auf der Schadowstraße (Hausnummer 13) übrigens ebenfalls Geschichte ist. Hier findet sich mittlerweile der Modeschmuckanbieter Bijou Brigitte.

Das fast schon altehrwürdige Hamburger Jeanslabel Closed hat unterdessen vor wenigen Tagen die Unterzeichnung eines Mietvertrages für ein Ladenlokal in dem Geschäftshaus Grabenstraße 4 bekannt gegeben. Dem Hamburger Unternehmen stehen dort insgesamt rund 180 Quadratmetern Einzelhandelsfläche zur Verfügung.

Anfang des Jahres wurde zudem bekannt, dass die Hamburgische Immobilien Handlung (HIH) das Büro- und Geschäftshaus Four Elements an die Hanseatische Investment GmbH (Hansainvest) verkauft hat. Die an der Ecke Georg-Glock/Kaiserswerther Straße gelegene Immobilie, die bislang zum Bestand des RZVK-Immo-Fonds gehörte, verfügt über eine Gesamtmietfläche von rund 13.600 Quadratmetern. Ein Kaufpreis wurde nicht bekannt gegeben.

Laufende Projekte

Anfang des kommenden Jahres eröffnet das derzeit schwer angesagte Textilunternehmen Primark sein erstes Düsseledorfer Textilhaus. In unmittelbarer Nähe zum künftigen Kö-Bogen (Schadowstraße 56) entsteht derzeit daher ein komplett neues Gebäude mit rund 6.500 Quadratmetern Einzelhandelsfläche über sechs Etagen, von denen alleine vier an die Iren gehen. Über 80 Millionen Euro investiert die Development Partner AG in das gesamte Geschäftshaus.

Nebenan, auf dem Areal des ehemaligen Jan-Wellem-Platzes, entsteht unterdessen der Kö-Bogen. Ausgewiesenes Ziel der Planer ist es, die Königsallee mit Hilfe erlesener Flagship-Stores und gastronomischen Angeboten effektiv zu verlängern. Als Anker-Mieter des vom Stararchitekten Daniel Libeskind entworfenen Centers wurde im vergangenen Jahr der Textilhandelsspezialist Breuninger vorgestellt. Ab Herbst 2013 wollen die Stuttgarter einen über 15.000 Quadratmeter großen, so genannten Department-Store mit internationalen Marken eröffnen.

Weiterhin im Bau befindet sich außerdem die neue U-Bahnstrecke zwischen den Bahnhöfen Wehrhahn und Bilk. Eine Fertigstellung ist nicht vor dem Herbst 2014 geplant. Bis dahin kommt es immer wieder zu Behinderungen im Innenstadtbereich.

Prognose

„Auch wenn die vielen innerstädtischen Bautätigkeiten an manchen Tagen den gesamten Cityverkehr zum Erliegen bringen und dabei schon eine gefühlte Ewigkeit andauern – die Düsseldorfer City entwickelt sich derzeit hervorragend“, ist sich Einzelhandelsspezialist Weitkamp sicher. „Spätestens wenn die Einkaufstour mit dem Auto irgendwann nicht mehr zur Tortur wird, haben sich die Mühen gelohnt und die 1A-Lage wird durch die gesamten Entwicklungen noch stärker als sie jetzt schon ist.“

Beispiel Schadowstraße: Hier wird nicht nur Primark zu einer kräftigen Belebung der bislang deutlich weniger frequentierten Seite führen, ab 2014, wenn die Wehrhahnlinie fertig ist, wird es hier auch deutlich verkehrsberuhigter und die alte Kaufhaus-Rennbahn damit quasi zur Fußgängerzone mit Cafés, Sitzbänken und Bäumen. Doch auch die Kö verändert sich. Die ehemalige Bankenseite öffnet sich dem Einzelhandel, die Center werden revitalisiert und der dem Kö-Bogen angrenzende Schadowplatz soll von der Stadt zu einem multifunktionalen Areal umgestaltet werden. Gleichzeitig präsentiert sich die Flinger Straße durch das neue Straßenpflaster schon jetzt stimmiger und mehr noch als früher aus einem Guss. Das alles sorgt für eine Eigendynamik, die weiter neue und spannende Einzelhändler in die besten Innenstadtlagen Düsseldorfs zieht und damit eine attraktive und erstklassige Zukunft verspricht. Die Nachfrage ist jedenfalls da.

André Stark für Lührmann - 2012-06-04

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