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2009-06-10

Mitteilung übermittelt durch IHK Frankfurt am Main. Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent verantwortlich.

Deutschland | Wirtschaft

Konjunktur in Hessen: Geschäftsklima auf Tiefstand

Hessen: Die Unternehmen im Hessen spüren die Wirtschaftskrise weiterhin deutlich. Im Frühsommer 2009 fällt der IHK-Geschäftsklimaindikator um 2 Punkte auf 71,6 Zähler und erreicht damit einen historischen Tiefstand. Das ist das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage der Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern unter 4.000 Mitgliedsunternehmen. Der Indikator kann zwischen 0 und 200 Punkten schwanken und setzt sich aus Lagebewertung und Erwartungen zusammen.

Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage hat sich seit Jahresbeginn abermals deutlich verschlechtert: 38 Prozent der hessischen Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage als „schlecht“. Nur knapp 17 Prozent der Unternehmen sprechen von einer „guten“ Geschäftslage.

Die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden zwölf Monate haben sich im Vergleich zur Vorumfrage auf niedrigem Niveau leicht aufgehellt: 11 Prozent der Unternehmen erwarten künftig bessere Geschäfte. Zu Jahresbeginn waren es nur acht Prozent. „Mehr als ein leichter Hoffnungsschimmer für den weiteren Konjunkturverlauf ist das noch nicht“, meint Dr. Hubertus Hille, Konjunkturexperte der Arbeitsgemeinschaft hessischer IHKs. Aktuell gehen 46 Prozent der Unternehmen von einem abnehmenden Geschäftsverlauf aus (Jahresbeginn: 53 Prozent).

In der hessischen Industrie sinkt der Klimaindikator zum sechsten Mal in Folge. Gleichwohl hat sich der industrielle Abschwung etwas verlangsamt. Insbesondere die Stimmung von Gebrauchsgüterherstellern und Zulieferbetrieben ist im Keller. Aufgrund schwacher Exporte sind Umsätze und Auftragseingänge deutlich gefallen. Doch die Erwartungen hellen sich auch in der Industrie auf: Aktuell erwarten etwas mehr als die Hälfe der Unternehmen eine weitere Verschlechterung der zukünftigen Geschäftslage. Zu Jahresbeginn sagten dies noch 62 Prozent voraus.

Der hessische Dienstleistungssektor schneidet mit seiner Klimaeinschätzung vergleichsweise gut ab: Der Klimaindex zählt aktuell 86 Punkte, wobei die Tendenz auch hier fallend ist. Innerhalb der Gruppe der unternehmensbezogenen Dienstleister melden 44 Prozent sinkende Umsätze. Die konjunktursensible Werbebranche verzeichnet den deutlichsten Umsatzrückgang.

Der Handel bewegt sich gegen den allgemeinen Trend. Das aktuelle Geschäftsklima wird im Frühsommer 2009 besser bewertet als noch zu Jahresbeginn und steigt auf 67 Zähler. Dank Abwrackprämie schnellt insbesondere der Handel mit Kraftfahrzeugen aus einem Stimmungstief in die Höhe. Die Konjunkturpakete von Bund und Land zeigen auch Wirkung im Baugewerbe. Auch hier steigt die Stimmung um acht Punkte auf 90 Zähler.

Die Exportwirtschaft blickt nach wie vor sehr pessimistisch auf den weiteren Jahresverlauf. Der Exportindikator fällt in diesem Frühsommer mit einem Wert von minus 36 Punkten auf einen historischen Tiefstand. Der Maschinenbau ist dabei besonders pessimistisch. Zwei Drittel der Firmen gehen von einer weiter sinkenden Nachfrage aus dem Ausland aus.

Die Beschäftigungsplanungen der hessischen Unternehmen deuten darauf hin, dass sich die Krise auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar macht. 32 Prozent der Unternehmen planen, die Zahl der Mitarbeiter zu reduzieren. Immerhin 62 Prozent der Unternehmen (vor allem Bauunternehmen und Großhändler) wollen die Belegschaft weiterhin konstant halten.

Von einer flächendeckenden Kreditklemme kann auch weiterhin nicht die Rede sein. Nur knapp drei Prozent der Unternehmen berichten von nicht verlängerten oder abgelehnten Kreditanträgen. Immerhin 26 Prozent melden verschlechterte Kreditkonditionen. 72 Prozent der Unternehmen bewerten die Kreditkonditionen gleich bleibend oder sogar besser als zuvor.

Als sinnvolle Konjunkturmaßnahmen des Landes Hessen halten 45 Prozent der Unternehmen Investitionen in Infrastruktur für geeignet und 27 Prozent sprechen sich für die Übernahme von Bürgschaften aus. Lediglich drei Prozent der Unternehmen halten staatliche Beteiligungen an Unternehmen für sinnvoll. Gegen jegliche Maßnahme des Landes sprechen sich immerhin 12 Prozent der Unternehmen aus.

Reinhard Fröhlich für IHK Frankfurt am Main - 2009-06-10

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