2011-10-04
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Deutschland | Gewerbe-Immobilien-Marktinformationen
Immobilienkonjunktur-Index: Eurokrise schlägt Immobilienwirtschaft aufs Gemüt
Deutschland: • Immobilienklima sinkt zum zweiten Mal in Folge
• Vertrauen lässt vor allem beim Büroimmobilien nach
• Helge Scheunemann, Jones Lang LaSalle: „Für Schwarzmalerei besteht kein Anlass. Die Immobilienwirtschaft ist wettbewerbsfähig aufgestellt.“
Die Schuldenkrise in Europa wirkt sich auf das Wirtschaftswachstum in Deutschland aus. Auch in der hiesigen Immobilienwirtschaft verschlechtert sich die Stimmung. Das umfragebasierte Immobilienklima des monatlich erhobenen King Sturge Immobilienkonjunktur-Index sinkt im September zum zweiten Mal in Folge auf aktuell 126,3 Zählerpunkte (Vormonat: 135,0). Der deutliche Rückgang um 6,4 Prozent ist etwas höher als im August und unterbricht die Seitwärtsbewegung des Stimmungsindikators. Der Rückgang des Immobilienklimas basiert im September vor allem auf der Entwicklung des Investmentklimas, das um 7,4 Prozent auf 126,9 Punkte abfällt (Vormonat: 137,1). Neben der Bereitschaft zu Investitionen beurteilen die über 1.000 befragten Marktteilnehmer auch die Miet- und Ertragsentwicklung ernüchtert: Das Ertragsklima geht um 5,5 Prozent auf 125,6 Zähler zurück (Vormonat: 132,9).
„Konnte sich die Immobilienwirtschaft in den vergangenen Monaten noch gegen die allgemeine Stimmungseintrübung infolge der Eurokrise stemmen, schlägt das Schuldendesaster jetzt auch den Marktteilnehmern in unserer Branche aufs Gemüt“, kommentiert Helge Scheunemann, Head of Research Deutschland von Jones Lang LaSalle. „Die Verunsicherung ist nachvollziehbar, da sich nicht nur die gesamtkonjunkturellen Eckdaten in Deutschland spürbar verschlechtert haben, sondern die Experten auch über den weiteren Verlauf der wirtschaftlichen Entwicklung uneins sind.“
Büroklima hat höchste Verluste
Zum zweiten Mal in Folge geht die Einschätzung aller Immobiliensegmente zurück. Das Büroklima verzeichnet mit -10 Prozent die höchsten Verluste und sinkt von 124,5 auf 112,1 Zählerpunkte. Somit ist trotz einer noch immer positiven Stimmungslage der Rückgang der Beurteilung von Büroimmobilien im September stärker als im Vormonat (-8,6 Prozent). Das Handelklima geht aktuell um 4,9 Prozent auf 125,7 Punkte zurück (Vormonat: 132,9). Die Marktteilnehmer bewerten Wohnimmobilien nach wie vor am positivsten. Das Wohnklima sinkt um 1,8 Prozent auf 162,4 Zähler (Vormonat: 165,3).
Scheunemann kommentiert: „Eine rückläufige Investitionsbereitschaft würde zeitversetzt auch in der gewerblichen Immobilienwirtschaft ankommen. Sie muss sich daher – wie andere Branchen auch – mit dem Gedanken anfreunden, dass sich die Märkte wohl früher oder später abkühlen werden. Das Geschehen an den Mietmärkten sowie auf dem Transaktionsmarkt könnte so den bisherigen und aktuell noch intakten Wachstumspfad verlassen.“
Im September verzeichnet auch die makroökonomische Immobilienkonjunktur, die auf der statistischen Auswertung von ifo-Geschäftsklimawerten, DAX, Dimax, Zinsen und Staatsanleihen basiert, Verluste. Sie sinkt um 3,3 Prozent auf 205,5 Punkte (Vormonat: 212,5). „Für Schwarzmalerei besteht indes kein Anlass“, sagt Scheunemann. „Die Immobilienwirtschaft ist, auch infolge der jüngsten Finanzkrise, wettbewerbsfähig aufgestellt und braucht – zumindest momentan – weder eine neue Kreditklemme noch Abwertungstendenzen zu befürchten.“
Ute Gombert für Jones Lang LaSalle GmbH - 2011-10-04
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