2011-12-19
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Deutschland | Gewerbe-Immobilien-Marktinformationen, Gewerbeimmobilien: Einzelhandel
Hamburg: Passantenfrequenz an 37 Standorten: Spitzenfrequenzen in Spitalerstraße und Mönckebergstraße, positiver Entwicklungstrend vor allem in der City West
Hamburg: Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um das Hamburger Innenstadtkonzept und der Arbeit an den verschiedensten Einzelhandelsstandorten in der Innenstadt hat die COMFORT Hamburg GmbH eine umfangreiche Passantenfrequenzzählung durchgeführt. Diese dient der Fundierung der Ladenvermietung und Investmentaktivitäten für die verschiedensten Einzelhandelsobjekte und der detaillierten Auseinandersetzung mit den jeweiligen einzelhändlerischen Entwicklungspotenzialen in der City Ost und West sowie ihren einzelnen Lagen.
Die absolute innerstädtische Spitzenfrequenz wurde am Samstag, den 29.10.2011 am Beginn der Spitalerstraße vor dem Ladenlokal von Roland Schuhe mit 13.404 Passanten pro Stunde ermittelt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass mit der Spitalerstraße und der östlichen Mönckebergstraße zwei 1A-Lagen praktisch parallel verlaufen. Wie Olaf Petersen, Chefresearcher des Makler- und Beratungsunternehmens COMFORT, analysiert, ist dies zumal mit Blick auf die summarischen Frequenzen einzigartig in Deutschland. Rechne man zu dem Wert der Spitalerstraße den Wert der Mönckebergstraße auf gleicher Höhe von 7.502 Passanten hinzu, ergebe sich eine Gesamtzahl von mehr als 20.000 Passanten für diesen eng begrenzten Bereich. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet schneiden die beiden Hamburger Haupteinkaufsmeilen deutlich besser ab als andere Städte in den üblichen jährlichen Frequenzzählungen.
Weitere in der aktuellen COMFORT-Zählung erhobene Hamburger TOP-Standorte sind die Mönckebergstraße am Eingang der Europa-Passage und vor Karstadt, der Jungfernstieg am Alsterhaus und vor dem Ladenlokal von Lloyd-Schuhe sowie die Europapassage am Ausgang Ballindamm. Die schwächsten Ergebnisse wurden an den Hohen Bleichen vor dem Prada-Laden und am zweiten Zählpunkt vor dem Vapiano-Restaurant sowie auf der ABC-Straße ermittelt.
Eckdaten, Methodik
Die Passantenfrequenzzählung wurde an fest definierten Standorten in der Hamburger City durchgeführt. Die Zählpunkte waren mit 37 Standorten sehr fein differenziert. In der Mönckebergstraße beispielsweise wurde einerseits nach verschiedenen Abschnitten sowie auch nach Straßenseiten gezählt. Nach Angaben Petersens stellt diese Passantenzählung „die größte jemals durchgeführte innerstädtische Passantenzählung in Hamburg überhaupt dar“.
Dabei wurden die Zählungen vier Stunden am Donnerstag, den 27.10.2011 (14.00 bis 18.00 Uhr) und am Samstag, den 29.10.2011 (12.00 bis 16.00 Uhr) bei vergleichbaren Wetterverhältnissen (jeweils bewölkt, aber trocken, zwischen 9 und 12 Grad Celsius) an jedem Zählstandort in beiden Laufrichtungen durchgeführt. Die Zählung erfolgte durch ein geschultes Zählerteam nach zentraler Einweisung und bei laufender Kontrolle der Erhebungsdurchführung.
Wesentliche Ergebnisse 2011
„Wenig überraschend ist, dass der Samstag an allen Zählstandorten durchgehend deutlich stärker ist als der Donnerstag. Und zwar im Durchschnitt um mehr als das Doppelte.“ sagt Olaf Petersen. „Es muss von daher explizit zwischen einer Werktagsfrequenz (mit unterschiedlichen Spitzenstunden) und der Samstagsfrequenz (fast einhellige Spitzenstunde 14 – 15 Uhr) unterschieden werden. Denn interessant sei schon, so Petersen weiter, dass die Spreizung der Frequenzen am Samstag erheblich größer ist als am Donnerstag. In Zahlen: Am Samstag wurde eine Spitze von 13.404 Passanten an der Spitalerstraße, Roland Schuhe und der schwächste Wert von 1.152 am Standort von Prada, Hohe Bleichen registriert. Am Donnerstag wurde die Spitze von 5.675 ebenfalls an der Spitalerstraße, Roland Schuhe und der schwächste Standort wieder an den Hohen Bleichen, Prada (771 Passanten) ermittelt.
Grundsätzlich wurden für diverse Zählstandorte aber auch größere Bedeutungsunterschiede zwischen Samstag und Donnerstag ermittelt. So ist der Eingang der Spitalerstraße vom/zum Hauptbahnhof am Samstag relativ gesehen schwächer, sind die Bergstraße (Sör), die Poststraße und Schleusenbrücke sowie die Colonnaden am Samstag deutlich stärker als am Donnerstag.
„Weiterhin ist festzustellen, dass innerhalb einzelner Einkaufsstraßen teilweise beträchtliche Frequenzunterschiede bestehen, weswegen häufig veröffentlichte allgemeine Angaben, zum Beispiel zur Mönckebergstraße offensichtlich wenig Aussagekraft aufweisen.“ sagt Petersen. So liege die Frequenz am westlichen Ende auf Höhe des Ladenlokals von Miss Sixty beispielsweise nur bei etwa gut einem Viertel des Niveaus am Eingang Mönckebergstraße zur Europa-Passage. Als weiteres Beispiel beträgt die Frequenz am Jungfernstieg im Bereich Deutsche Bank ebenfalls lediglich nur ein Viertel der Spitzenfrequenz der Straße, die sich vor dem Alsterhaus registrieren lässt. In den anderen Straßen fällt die Spreizung der Frequenzen tendenziell geringer aus.
Wesentliche Ergebnisse Zählungsvergleich 2011 / 2009
Die aktuelle Zählung konnte zudem mit einer Zählung aus dem Jahr 2009 mit seinerzeit acht identischen Standorten verglichen werden. Dabei ist zu konstatieren, dass die Frequenz am Samstag an allen acht Vergleichsstandorten im Jahr 2011 deutlich stärker war. Der absolut höchste Zuwachs wurde am Jungfernstieg (Alsterhaus: + 3.600 = + 74 %) registriert, aber auch die Frequenzverbesserung an der Spitalerstraße ist beachtlich (Weser Optik/H&M + 33 %). In der City West wurde der höchste prozentuale Zuwachs verzeichnet, und zwar in den Großen Bleichen (+ 80 %).
Für den Donnerstag stellt sich das Bild dagegen uneinheitlicher dar, wobei generell die City Ost im Vergleich signifikant verliert (- 25 % im Bereich Spitalerstraße Weser Optik/H&M) und die City West mit Ausnahme der Große Bleichen (- 32 %) durchgehend zulegen konnte. Am stärksten absolut am Jungfernstieg vor dem Alsterhaus (+ 420 = + 10 %) bzw. prozentual in der Gerhofstraße vor Mexx (+ 17 %).
Wie Petersen abschließend feststellt, „belegt der Zählungsvergleich insgesamt eine positive Frequenzentwicklung für die Hamburger Innenstadt. Dabei fällt die Entwicklungsdynamik in der City West deutlich größer aus, was als spürbarer ‚Rückenwind‘ für die diversen Einzelhandelsentwicklungsprojekte in diesem Teil der Innenstadt, ob nun beispielsweise an den Standorten des Ohnsorg-Theaters oder der Baubehörde, anzusehen ist“.
Kathrin Friedrich für COMFORT Gesellschaft für Geschäftsflächen- und Unternehmensvermittlung Holding mbH - 2011-12-19
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