2010-03-18
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Frankreich | Gewerbe-Immobilien-Marktinformationen, Gewerbeimmobilien: Büro, Green Building, Immobilien-Makler
Frankreich: Green Buildings - 61 % Zuwachs bei Büroimmobilien
Frankreich: Savills, einem der führenden, weltweit tätigen Immobiliendienstleistungs-Unternehmen zufolge steigt 2010 die Zahl der Fertigstellungen französischer Büroimmobilien, die nach dem HQE-Standard (Haute Qualité Environnementale) für hohe Umweltqualität zertifiziert sind, um 61 %.
Dies entspricht einem Volumen von 650.000 m². In den Jahren 2008 und 2009 betrug der Anstieg gegenüber dem jeweiligen Vorjahr 27 % bzw. 44 %.
Wie die internationale Immobilienberatung berichtet, ist das Interesse von Investoren an neu errichteten HQE-Gebäuden und Gebäuden mit niedrigem Energieverbrauch (BBC-Bâtiment Basse Consommation) gestiegen, nachdem sich auf dem offenen Umweltgipfel „Grenelle de l’environnement“ Vertreter der Landes- und Kommunalpolitik und Organisationen in Frankreich getroffen hatten, um Maßnahmen im Bereich des Umweltschutzes festzulegen. Savills zufolge ist die Nachfrage so hoch, dass auf nachhaltige Investitionen spezialisierte Immobiliengesellschaften wie die neu geschaffene PFO2 entstehen. Eine wachsende Anzahl von Projektentwicklern wie Bouygues, Hines, Nexity und Cogedim bauen Green Buildings. Zu dem Gesamtbestand an Green Buildings in Frankreich zählen 233 Büros mit einer Gesamtfläche von 4,36 Mio. m².
Savills berichtet, dass die Mehrzahl der Green Buildings im Bürosektor über eine Fläche von mehr als 5.000 m² verfügt und sich in den Pariser Vororten Plaine Saint Denis, La Défense oder Western Crescent befindet. Unternehmen wie Microsoft, Forclum und France Télécom haben hier ihre Zentralen.
Lydia Brissy, Associate Director Savills European Research, kommentiert: „Das Konzept der Corporate Responsibility veranlasst viele Büronutzer, eine umweltzertifizierte Immobilie zu wählen. Es gibt gegenwärtig keinen Hinweis darauf, dass die Mieten für Green Buildings höher sind als für herkömmliche Bürogebäude. Durch sinkende Nebenkosten kann in Green Buildings jedoch eine Wertsteigerung erzielt werden. Darüber hinaus sind nach unserer Schätzung aufgrund der Präferenz für Green Buildings über 50 % der Gebäude vorvermietet, wodurch das Leerstandsrisiko reduziert wird.”
Der Agentur für Umwelt und Energiewirtschaft ADEME zufolge sind Büroflächen in Frankreich für 40 % des gesamten Energieverbrauchs und 25 % der gesamten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Im Durchschnitt liegt der Verbrauch bei Neubauten zwischen 100 und 110 Kw/h, während bestehende Bürogebäude ca. 250 Kw/h benötigen. Ab 2011 müssen alle neuen Bürogebäude dem Niedrigenergiestandard (<50 Kw/h pro Quadratmeter und Jahr) und bis 2012 alle eingereichten Bauvorhaben den Vorschriften des BBC (Bâtiment Basse Consommation) entsprechen. Ab 2020 müssen alle Neubauten eine positive Energiebilanz aufweisen.
Magalie Mollet, Associate Savills Paris Research, kommentiert: „Der Trend zu Green Buildings beschränkt sich nicht nur auf Bürogebäude. Uns sind 50 Einzelhandelsprojekte bekannt, die eine Umweltzertifizierung beantragt haben, um den Energieverbrauch um bis zu 50 % zu senken und gleichzeitig von potenziellen Wertsteigerungen zu profitieren. Wir können ebenfalls einen Trend zu „grünen Mietverträgen“ feststellen, bei denen sich Vermieter und Mieter gemeinsam darauf festlegen, die Umweltqualität eines Gebäudes zu verbessern und damit letztlich die Kosten zu senken.“
Julia Dietrich (Diet-Rich-Consulting) für Savills - 2010-03-18
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