Gewerbeimmobilien

Immobilienmeldungen

2010-03-18

Mitteilung übermittelt durch COMFORT Gesellschaft für Geschäftsflächen- und Unternehmensvermittlung Holding mbH. Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent verantwortlich.

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COMFORT Städtereport Bremerhaven

Bremerhaven: Die Stadt Bremerhaven, die 1827 von der Hansestadt Bremen gegründet wurde, ist mit rund 114.506 Einwohnern die größte Stadt an der Nordsee und gehört zu dem Bundesland Bremen. Bremerhaven ist geprägt durch seinen Hafen, der als der zweitgrößte Seehafen der Bundesrepublik gilt. Die Wirtschaft der Stadt ist entsprechend geprägt durch Handel und Logistik - insbesondere werden Autos exportiert, importiert und umgeschlagen.

Des Weiteren verfügt Bremerhaven über den größten Fischereihafen Deutschlands. Neben den traditionellen Wirtschaftszweigen vollzieht sich derzeit in Bremerhaven aber auch ein Strukturwandel. Der Tourismus wird nachhaltig gefördert und es wird in neue Technologien, wie beispielsweise in Forschung und Entwicklung alternativer Energiegewinnungen, investiert. Nach dem Niedergang der Werftenindustrie Ende der 80ziger, Anfang der 90iger Jahre des letzten Jahrhunderts hat die Stadt diesen Strukturwandel noch nicht endgültig abgeschlossen und leidet noch immer unter einer im Bundesvergleich hohen Arbeitslosenquote von 14,7 %.

Gefördert wird in diesem Zusammenhang vor allen Dingen der Tourismus. So hat das Land Bremen und die Stadt Bremerhaven mehr als 345 Mio. € in das alte Hafenareal investiert. Auf diese Weise entstand das neue Sail-Hotel, das Auswandererhaus, das Klimahaus, der Meereszoo und das Mediterraneo, ein neu gebautes Einkaufszentrum im – wie der Name schon sagt – mediterranen Stil.

Bremerhaven ist als größte Stadt an der Nordseeküste mit seiner Zentralität von 133,3 (Quelle: BBE, Köln) ohne Frage ein Anziehungspunkt der Küstenregion, wie Günter Rudloff und Frank Reitzig, Geschäftsführer der COMFORT Hamburg GmbH in ihrem aktuellen COMFORT Städtereport übereinstimmend feststellen. Die Spitzenmieten der Einzelhandelsflächen stagnieren jedoch derzeit auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Für Großflächen (300 - 500m²) sind 17,00 €/m² zu kalkulieren und bei Kleinflächen (80 - 120m²) rund 30,00 €/m². Aufgrund der bis auf wenige Ausnahmen kleinteiligen Einzelhandelsflächen in der 1A-Lage fehlt es an großen Textilfilialisten, welche die Attraktivität einer Fußgängerzone und damit auch das Mietpreisniveau zu steigern in der Lage wären. Als weitere Gründe für die eher unterdurchschnittliche Performance der Bremerhavener Innenstadt für den Einzelhandel benennen die beiden Einzelhandelsspezialisten unter anderem die hohe Arbeitslosenquote und die niedrige Kaufkraftkennziffer der Stadt, die mit 88,8 (Quelle: BBE, Köln) deutlich unter dem Bundesdurchschnitt liegt.

„Die negative Entwicklung des Einzelhandelsstandortes Bremerhaven hat mehrere Ursachen“, sagt Frank Reitzig. So ist seinen Angaben zufolge die Haupteinkaufsstraße, die Bürgermeister-Smidt-Straße, mit beinahe einem Kilometer viel zu lang und deutlich zu breit. Die Stadt hat zwar einiges in ihre Fußgängerzone investiert, so sind in den vergangenen Jahren ein Springbrunnen und durchgehende Glasdächer an Häusereingängen entstanden, aufgrund der baulichen Gegebenheiten sind die werblichen Darstellungsmöglichkeiten für den Einzelhandel teilweise problematisch. In der Mitte der Bürgermeister-Smidt-Straße befindet sich neben Karstadt der Eingang zum Columbus Center. Dieses Einkaufzentrum, das mittlerweile spürbar in die Jahre gekommen ist, wird von der Bevölkerung nach wie vor sehr gut angenommen und schafft eine zusätzliche Konkurrenz zu der Fußgängerzone. Das Columbus Center verfügt über einen Brückenzugang zu dem neu entstandenen Klimahaus und dem Mediterraneo, das als touristischer Anziehungspunkt gilt.

Die letzte große Neuansiedlung in Bremerhaven war die des schwedischen Textilfilialisten Hennes & Mauritz in der Bürgermeister-Smidt-Straße 44 - 46 neben dem Eingang des Columbus Centers. Ansonsten gab es in der Bürgermeister-Smidt-Straße außer der kürzlich auf Vermittlung der COMFORT Hamburg GmbH erfolgten Anmietung der Nummer 33 - 35 durch Back-Factory keine nennenswerte Neuanmietung, nur mehrere kleinere Verlagerungen und weiterhin einigen Leerstand. Das Columbus-Center, das mit Karstadt und dem Hanse-Carré an der Bürgermeister-Smidt-Straße verbunden ist, benötigt nach Ansicht der COMFORT-Experten dringend eine Modernisierung. Dieses wird sich jedoch baulich sehr schwierig gestalten, da auf dem Einkaufszentrum mehrere Wohn- und Bürohäuser stehen, die eine Modernisierung erheblich erschweren. Nach wie vor wird das Columbus Center aber stark frequentiert, sodass es dort kaum Leerstand gibt.

Als bedeutendste Entwicklung im Einzelhandel von Bremerhaven muss die Neueröffnung des Ende 2008 fertig gestellten Mediterraneo der AVW Immobilien AG, Buxtehude erachtet werden. Das Center ist mit dem Klimahaus direkt verbunden und über eine gläsern überdachte Brücke auch mit dem Columbus Center. Auf etwa 9.000 m² wird ebenerdig ein italienisches Dorf nachempfunden, welches das mediterrane Flair des Einkaufszentrums unterstreichen soll. Das als Rundweg angelegte Center hat als Hauptmieter die Görgens-Gruppe mit ihrem Konzept Kult gewinnen können, ansonsten verfügt es über einen großen Foodcourt mit unterschiedlichen mediterranen italienischen Gastronomiekonzepten, kleineren Boutiquen und Einrichtungs- und Accessoiresgeschäften. Durch die Lage im alten Hafen, neben dem Klimahaus und dem Museumshafen wird es hauptsächlich von Touristen frequentiert.

Durch die hohen Millioneninvestitionen der Städte Bremerhaven und Bremen soll der Tourismus nachhaltig gefördert werden und dies soll auch dem Einzelhandel zugute kommen. Das Flächenangebot des Bremerhavener Einzelhandels übersteigt aufgrund der Topographie der Bürgermeister-Smidt-Straße, dem Columbus Center und jetzt noch zusätzlich dem Mediterraneo die Nachfrage. Die unterschiedlichen Einzelhandelskonzepte hätten durchaus Platz, sich in potenziellen neuen Entwicklungen innerhalb der Bürgermeister-Smidt-Straße anzusiedeln. Durch das Überangebot der Flächen sind die Einzelhandelsmieten unter Druck geraten, sodass es für Investoren nicht lukrativ ist, in die Einzelhandelsflächen von Bremerhaven zu investieren. Gerade an den Rändern der Bürgermeister-Smidt-Straße gibt es Leerstände.

Das Mediterraneo ist nach Ansicht von Günter Rudloff keine zusätzliche Konkurrenz zur Bürgermeister-Smidt-Straße, da es vor dem Hintergrund seines Konzeptes und seiner Ausrichtung erst gar nicht den Versuch unternimmt, die Fußgängerzone noch einmal abzubilden, sondern mit seinem speziellem Angebot und Sortiment das mediterrane Flair nach Bremerhaven bringen möchte. Das eher norddeutsche und maritime Umfeld und das künstlich mediterran wirkende Einkaufscenter bilden leider keine echte Symbiose sondern wirken konstruiert. Es bleibt abzuwarten, ob die Besucher und Touristen, die nach Bremerhaven kommen, dieses Angebot annehmen und konsumieren. Das Columbus Center, betonen die beiden Geschäftsführer noch einmal, sollte modernisiert werden, damit wieder zeitgemäße und attraktive Einzelhandelsflächen entstehen - wenngleich diese dann der Bürgermeister-Smidt-Straße eher schaden werden. Rudloff und Reitzig gehen davon aus, dass sich der Einzelhandelsmarkt in Bremerhaven nur dann erholen wird, wenn die Kaufkraft deutlich steigt und es für Einzelhändler wieder attraktiv wird, in Bremerhaven ein Geschäft zu eröffnen. Durch die Erhöhung der Nachfrage würden auch die Mieten steigen und es Eigentümern und Investoren ermöglichen, in ihre Immobilien in der Fußgängerzone zu investieren, was derzeit leider nicht überall der Fall ist.

Kathrin Friedrich für COMFORT Gesellschaft für Geschäftsflächen- und Unternehmensvermittlung Holding mbH - 2010-03-18

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