2009-08-26
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Deutschland | Bau, Wirtschaft
Bilanz der Bauindustrie für das 1. Halbjahr 2009
Deutschland: Konjunkturprogramme beginnen zu greifen: Auftrags- und Umsatzplus im Öffentlichen Bau. Trotzdem Aufträge und Umsätze insgesamt weiter im Minus: Zuwächse können Rückgänge im Wirtschaftsbau und im Wohnungsbau nicht ausgleichen.
Die Konjunkturprogramme der Bundesregierung zeigen Wir¬kung. Darauf weist der Hauptverband der Deutschen Bauin¬dustrie in der neuesten Ausgabe seines Aktuellen Zahlenbildes hin. Danach meldeten die Unternehmen des deutschen Bau¬hauptgewerbes im Juni 2009 ein Auftragsplus im Öffentlichen Bau von nominal 8,2 % gegenüber dem Vorjahresmonat; der Umsatz stieg um 2,3 %. Trotzdem reichen die Impulse aus dem Öffentlichen Bau nicht aus, um die weiterhin negative Entwick¬lung im Wohnungsbau und im Wirtschaftsbau auszugleichen. Auch für den Juni ergibt sich noch ein Rückgang der Bau¬nachfrage und der Umsätze von nominal 5,6 % bzw. 5 % ; im 1. Halbjahr blieben damit die Auftrags¬eingänge des deutschen Bauhauptgewerbes um 9,4 % unter dem Vorjahresniveau, die Umsätze um 8,3 %.
Das deutliche Auftragsplus im Öffentlichen Bau geht vor allem auf eine rege Straßenbaunachfrage zurück: Im Juni sind die Straßenbauaufträge um 18,7 %, im gesamten 1. Halbjahr um 7,7 % gestiegen. Der Hauptverband führt dies vor allem auf die Aufstockung der Mittel für den Bundesfernstraßenbau im ersten Konjunkturprogramm der Bundesregierung zurück. Insgesamt ist der Auftragseingang im Öffentlichen Bau im 1. Halbjahr aber nur um 1,1 % gestiegen, der Umsatz war auf¬grund des schwachen 1. Quartals sogar noch um 4,6 % rück¬läufig. Der Hauptverband sieht sich dadurch in seiner Einschät¬zung bestätigt, dass die beiden Konjunkturprogramme ihre volle Wirkung erst in der zweiten Jahreshälfte entfalten werden.
Der Wirtschaftsbau leidet nach wie vor unter der gesamtwirt¬schaftlichen Rezession. Sowohl im Juni (- 19,3 %) als auch im 1. Halbjahr (- 20,1 %) blieb der Auftragseingang des Bauhaupt¬gewerbes in dieser Sparte hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Dies gilt auch für den baugewerblichen Umsatz im Wirt¬schaftsbau, der im Juni um 9,7 % und im 1. Halbjahr um 9,5 % rückläufig war. Anzeichen für eine konjunkturelle Erholung sieht der Hauptverband noch nicht.
Auch der Wohnungsbau zeigt nicht die übliche Belebung im 2. Quartal. Der Auftragseingang war sowohl im Juni (- 2,9 %) als auch im 1. Halbjahr (- 5,1 %) weiter rückläufig. Noch stärker zeigt sich dies beim baugewerblichen Umsatz in dieser Sparte. Im Juni war ein weiterer Rückgang von 6,4 % zu beobachten, dadurch ergibt sich für das 1. Halbjahr ein Umsatzrückgang von 10,4 %.
Karin Kristiansson für Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V. - 2009-08-26
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