2011-01-11
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Berlins Investmentmarkt bei gewerblich genutzte Immobilien ist deutschlandweit Spitze
Berlin: In Summe legten Investoren 2010 insgesamt gut 3,1, Mrd. € in gewerblich genutzte Immobilien in Berlin an, sodass sich die Bundeshauptstadt im deutschlandweiten Vergleich mit weitem Abstand vor Hamburg (1,9 Mrd. €), Frankfurt (1,8 Mrd. €) und München (1,7 Mrd. €) an die Spitze der umsatzstärksten Immobilienzentren setzte. „Verantwortlich für das knapp 150 % über dem Vorjahr liegende Jahresergebnis waren große Einzelverkäufe und hohe Anteile an Paketverkäufen“, erläutert Robert-Christian Gierth, geschäftsführender Gesellschafter bei Colliers Berlin.
Bemerkenswert ist außerdem, dass bereits zur Jahresmitte 2010 knapp drei Viertel (ca. 2,3 Mrd. €) des Endergebnisses erreicht wurden und insbesondere in den Sommermonaten nur geringe Marktaktivitäten zu verzeichnen waren.
Bis kurz vor Jahresende galt das Sony-Center, das im zweiten Quartal für ca. 572 Mio. € an den südkoreanischen National Pension Service (NPS) verkauft wurde, als größte Einzeltransaktion des Jahres 2010, bevor es kurz vor Jahresende noch vom Frankfurter Opernturm mit ca. 580 Mio. € abgelöst wurde. Weitere bemerkenswerte Einzeltranskationen waren unter anderem der Verkauf des Einkaufszentrums ALEXA an einen offenen Immobilienfonds von Union Investment für 316 Mio. €, der Verkauf des im direk-ten Umland Berlins gelegenen A10-Centers in Wildau für 200 Mio. € an die Euroshop AG sowie der Verkauf des Boulevards Berlin für ca. 367 Mio. €, der Teil des Shoppingcenter-Portfolios war, den Corio N.V. vom Entwickler Multi Development übernahm. Größter Deal im vierten Quartal war der Verkauf des Nordbahnhof Carrées an einen Fonds von AEW Europe für ca. 119 Mio. €.
Analog zum deutschen Gesamtmarkt lagen Büro- und Einzelhandelsimmobilien mit den höchsten Anteilen am Transaktionsvolumen auch in Berlin recht knapp beisammen, wobei letztendlich Büroimmobilien mit knapp 1,5 Mrd. € und 47 % Marktanteil die Nase vorne hatten und Einzelhandelsimmobilien mit gut 1,3 Mrd. € und 43 % Marktanteil auf den zweiten Platz verwiesen. Andere Nutzungsarten spielten 2010 mit Marktanteilen von unter 5 % nur eine untergeordnete Rolle.
Immobilienfonds, ob offene, geschlossene oder Immobilienspezialfonds, waren 2010 marktprägend. Insgesamt kauften sie für über 1,5 Mrd. € ein, und investierten damit fast die Hälfte des gesamten Investmentvolumens von Berliner Gewerbeimmobilien. Versorgungswerke und Pensionskassen mit ca. 629 Mio. €, Immobilien AGs mit 241 sowie Projektentwickler mit 234 Mio. € investiertem Anlagevolumen folgten mit einigem Abstand. Internationale Investoren hatten mit 54 % Anteil am Transaktionsvolumen knapp die Nase vor den nationalen Investoren. Noch deutlicher war das Ergebnis auf Verkäuferseite, auf der Projektentwickler und Immobilienfonds in Summe 83 % des Verkaufsvolumens auf sich vereinen konnten.
„Aufgrund der hohen Nachfrage nach erstklassigen Büro- und Einzelhandelsobjekten und dem gleichzeitig geringen Angebot in diesem Marktsegment verringerte sich die Spitzenrendite von Büroimmobilien im Jahresvergleich um 25 Basispunkte auf 5,25 % und die für Einzelhandelsimmobilien um 10 Basispunkte auf 4,90 %“, berichtet Robert-Christian Gierth.
Bereits Mitte 2009 konnte ein Wiedererstarken der Nachfrage sowie der Marktaktivitäten auf Berlins Gewerbeinvestmentmarkt festgestellt werden, was bis Mitte 2010 zu einigen sehr großen, aber auch zahlreichen kleineren Transaktionen führte. Nach einer Verschnaufpause in den Sommermonaten zogen die Aktivitäten und in deren Folge auch das Transaktionsvolumen wieder an, was zu einem sehr guten Jahresergebnis führte. Robert-Christian Gierth fasst seine Erwartungen zusammen: „Für 2011 gehen wir aufgrund der nach wie vor hohen Nachfrage sicherheitsorientierter Anleger nach kaum vorhandenen Core-Immobilien von mindestens stabilen, wahrscheinlich aber sogar weiter sinkenden Spitzenrenditen aus. Gleichzeitig ist aber zweifelhaft, ob 2011 eine ähnliche hohe Anzahl großvolumiger Transaktionen stattfindet, weshalb wir insgesamt mit einem niedrigeren Gesamttransaktionsvolumen rechnen.“
Andreas Trumpp für Colliers Deutschland Holding GmbH - 2011-01-11
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