2010-02-04
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Deutschland | Gewerbe-Immobilien-Marktinformationen, Immobilien-Makler
Baden-Württemberg: Rückgang der Immobilienumsätze 2009
Baden-Württemberg: In Baden-Württemberg kam es nach Ermittlungen des IVD-Instituts zu einem Rückgang der Immobilienumsätze. "Im Jahr 2009 wurde", so Prof. Kippes, Leiter des IVD Marktforschungsinstituts, "ein Immobilienumsatz von 19,7 Mrd. € ermittelt. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang von etwa -13,3 %." Im Jahr 2007 waren die Immobilienumsätze noch um 6,3 % und in 2006 sogar um 15,2 % angestiegen; in 2008 kam es dann zu einem Rückgang von 8,1 %.
Das Umsatzvolumen am Immobilienmarkt ist in Baden-Württemberg im Jahr 2009 deutlich zurückgegangen, wobei der IVD schon früher festgestellt hatte, dass sich die Umsatztätigkeit langfristig nicht an den Werten der historischen Rekordjahre 2006 und 2007 orientieren werde als die Investmentmärkte einen nie da gewesenen Boom erlebten, sondern an üblichen Größenordnungen wie sie etwa im Jahr 2005 realisiert wurden. "Und in dieser Größenordnung liegt", wie Prof. Stephan Kippes feststellte, "der Wert für 2009. Insofern handelt es sich um eine notwendige Normalisierung der Immobilienumsätze speziell im Investmentbereich. Die Immobilienumsätze orientieren sich jetzt an den Werten vor den nie da gewesenen Boom-Jahren als viele große Paket-Verkäufe stattfanden."
Mit einem Minus von -13,3 % fällt der Rückgang der Immobilienumsätze in Baden-Württemberg deutlich geringer aus als im Bundesdurchschnitt; der bei knapp 16 % liegt. Die Ursache dafür, dass sich Baden-Württemberg im Vergleich zu anderen Bundesländern trotz der Finanzmarktkrise relativ gut behaupten konnte, liegt darin, dass es hier deutlich weniger große Paketverkäufe als andernorts und auch keine Überhitzung der Immobilienpreise gab.
Vielmehr ist die Wirtschaft trotz Kurzarbeit, etwa in der Automobilindustrie, vielerorts in einer deutlich stärkeren Position als in anderen Regionen Deutschlands. Hier helfen der traditionell starke Mittelstand und die Tatsache, dass die meisten Standorte relativ diversifiziert und nicht allein an einem großen Arbeitgeber ausgerichtet sind.
"Das Umsatzgeschehen wurde 2009 in Baden-Württemberg", so Prof. Stephan Kippes, "speziell durch Interessenten belebt, die Geld in die relativ sichere Anlageform Immobilie umschichteten. Die Nachfrage seitens dieser Gruppe ist nach wie vor ungebrochen." Bei manchen Transaktionen sind deutlich höhere Eigenkapitalquoten als in der Vergangenheit festzustellen. Auslöser hierfür ist oft der Versuch, das Risiko anderer Anlagen zu vermeiden. Dieser Effekt ist deutlich stärker ausgeprägt als eine Nachfragedämpfung auf Grund von Kurzarbeit bzw. Verlust des Arbeitsplatzes potentieller Nachfrager. Im vergangenen Halbjahr war der Immobilienmarkt in Stuttgart, trotz der Finanzmarktkrise, tendenziell steigend. Leichte Anstiege des Preisniveaus konnten vor allem bei den Einfamilienhäusern sowie Eigentumswohnungen des guten und sehr guten Wohnwerts festgestellt werden.
Derzeit ist ein teilweises Versiegen der Kapitalmärkte im Hinblick auf größere Immobilienfinanzierungen festzustellen. Dieses Versiegen macht sich nicht bei den klassischen Immobilienkäufern bemerkbar, die ein Haus oder eine Wohnung kaufen, sondern gerade bei großen Immobilienfinanzierungen im Investmentbereich. Die Banken sind derzeit bemüht, ihre Eigenkapitalquote zu erhöhen. Dies geschieht zum Einen durch das Reduzieren des Kreditvolumens und zum Anderen durch den Verkauf von Darlehensforderungen.
Prof. Dr. Stephan Kippes für IVD Süd - 2010-02-04
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