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Berlin: Große Potenziale am Wohnungsmarkt
Die Mieten angebotener Wohnungen sind in Berlins teuerstem Quartier fast viermal so hoch wie im billigsten. Bewohner der City rund um die Friedrichstraße müssen beim Bezug einer neuen Wohnung im Schnitt fast die Hälfte des dortigen Haushaltseinkommens für die Kaltmiete aufwenden. Dagegen ist die Wohnkostenbelastung in einigen Außengebieten minimal: Wohnungen in Wittenau im Norden der Stadt und in Biesdorf im Osten werden für Kaltmieten angeboten, die nur rund 15 Prozent der Haushaltseinkommen in diesen Quartieren entsprechen.
Das sind einige Ergebnisse des ersten Berliner WohnkostenAtlas, der in dieser Ausgabe des WohnmarktReports erscheint. Das führende Berliner Wohnungsunternehmen GSW Immobilien GmbH und die internationale Immobilienberatung Jones Lang LaSalle legen detaillierte Daten für die 189 Postleitzahlgebiete der Stadt vor. Thomas Zinnöcker, Vorsitzender der GSW-Geschäftsführung: „Die absoluten Wohnkosten sagen über ein Quartier längst nicht alles aus.
Weit mehr erfährt man, wenn man sie zu den Einkommen der Bewohner in Beziehung setzt.“ Diese Relation zeigt den Grad der Wertschätzung für viele Wohnlagen, zum Beispiel die City. Und sie zeigt nicht zuletzt, wo für Mieter die Grenzen der Belastbarkeit erreicht oder gar überschritten sind, wo das Mietniveau zu einem Wandel der Bevölkerungsstruktur führt und wo Potenziale für Mietsteigerungen bestehen. Für diese Analyse haben GSW und Jones Lang LaSalle zahlreiche Daten erhoben. Andrew Groom (European Director Jones Lang LaSalle, Head of Valuation & Transaction Advisory): „Wir haben fast 44.500 Mietangebote für 3,3 Millionen Quadratmeter Wohnfläche ausgewertet, nach Postleitzahlgebieten sortiert und mit den Einkommensdaten dieser Gebiete in Beziehung gesetzt. Eine derart feinkörnige Wohnungsmarktanalyse hat es vorher in Berlin noch nicht gegeben.“
Vor der räumlich differenzierten, sehr kleinteiligen Analyse steht im hier vorliegenden WohnmarktReport eine dynamische Betrachtung der Wohnkostenentwicklung in den zwölf Berliner Stadtbezirken. Hier war die Entwicklung im Jahr 2007 relativ ruhig. 2006 hatte es einen spürbaren Anstieg der Miet- und Kaufpreise gegeben − ein Umschwung nach einer langen Periode der Stagnation und des Rückgangs. 2007 verfestigten sich Mieten und Preise auf diesem Niveau, obwohl sich die Konjunktur- und Arbeitsmarktlage Berlins deutlich verbesserte.
Andrew Groom erklärt es so: „Immobilienpreise und Mieten gehen zwar mit der Konjunktur, folgen ihr aber zeitverzögert, da Umzugs- und Kaufentscheidung erst nach einer Erhöhung der Einkommen getroffen werden.“ Daher kann es 2008 zu einer scheinbar paradoxen Entwicklung kommen: Das Wirtschaftswachstum dürfte sich leicht abschwächen, der Immobilienmarkt sich jedoch zugleich beleben.
Quelle: GSW, Jones Lang LaSalle
Veröffentlicht: 06.03.2008
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