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Deutschland
Einzelhandel profitiert von erhöhter Konsumbereitschaft
Nach dem Krisenjahr 2009 und der damit in der Vergangenheit geübten Kaufzurückhaltung der Konsumenten dürfte vor dem Hintergrund einer nun besseren individuellen Planungssicherheit zukünftig die Konsumbereitschaft der Deutschen wieder anziehen. Zwar ergeben sich Risikofaktoren durch die internationalen Krisenmomente, so dass die Nachfrageentwicklung mit einigen Fragezeichen zu versehen ist. Grundsätzlich ist kurzfristig jedoch eine sehr positive Stimmung zu konstatieren, mittelfristig ist von einer Konsolidierung auf hohem Niveau auszugehen. Insofern bietet die Nachfragesituation für den Einzelhandel in Deutschland derzeit eine gute Entwicklungsbasis.
Signifikante Unterschiede hinsichtlich der Umsatz- und Verkaufsflächenentwicklung zeigen sich zwischen verschiedenen Städteclustern. Von der Verkaufsflächenentwicklung in den letzten Jahren konnten insbesondere die Städte profitieren. Bezüglich der Umsatzentwicklung im gleichen Zeitraum rangiert der ländlich Raum allerdings über dem durchschnittlichen Wachstum. So entwickelte sich auch die Flächenproduktivität im ländlichen Raum positiver, rangiert aber nach wie vor deutlich hinter den städtischen bzw. bundesdeutschen Durchschnittswerten.
Differenziert zu betrachten sind ebenfalls die jeweiligen Entwicklungen in den verschiedenen Städteclustern. Die Verkaufsflächen wuchsen vergleichsweise stark in den Millionenstädten und kleinen Städten. Mittlere Städte konnten insbesondere in den Innenstädten Flächenzuwächse verzeichnen, was nicht zuletzt dem Umstand geschuldet ist, dass auch erfolgreiche ausländische Labels und internationale Trendmarken verstärkt in den Innenstädten deutscher Metropolen Filialen eröffnen. Auch tragen hier neue Shopping Center und Bestandumstrukturierungen zur Marktdynamik bei.
Da insbesondere mittelgroße Städte für Shopping Center-Entwickler neue Betätigungsfelder eröffnen, dürfte in den kommenden Jahren hier ein innerstädtisches Flächenwachstum durchaus zu erwarten sein.
Bezüglich der Umsatzentwicklung in den Städten können starke Unterschiede festgestellt werden. Städte ab einer halben Million Einwohner verzeichnen dabei eine überdurchschnittliche Entwicklung. Kleinere Städte performen dabei nur unterdurchschnittlich bzw. stagnieren z. T., wobei insbesondere der innerstädtische Umsatz rückläufig ist. Hinsichtlich der Flächenproduktivität ist zwischen den Städteclustern eine starke Spreizung zu erkennen, wobei sich insgesamt ein Rückgang der Raumleistung zeigt, der am stärksten bei kleineren Großstädten ausfällt.
In kleineren Städten konnten vor allem Lagen im übrigen Stadtgebiet (wie Stadtteilzentren, periphere Lagen und Solitärstandorte) Flächenzuwächse durch neu entwickelte Fachmarktzentren oder Bildung von Koppelstandorten für sich ‚verbuchen‘. In den Innenstädten mussten demgegenüber vielerorts Flächenstilllegungen durch Betriebsaufgaben hingenommen werden. Nicht immer konnten dabei entstandene Flächenleerstände durch innerstädtische Neuansiedlungen kompensiert werden.
Als maßgeblicher Treiber im Einzelhandelsgeschehen ist ferner der Online-Handel zu sehen, der umsatzseitig bereits über die Hälfte des gesamten Versandhandelsvolumens generiert. Insgesamt zeigt der E-Commercebereich zweistellige Wachstumsraten auf, der größte Umsatzanteil am Online-Handel entfällt dabei auf Multi-Channel-Versender.
Der deutsche Einzelhandel weist auf gesamtwirtschaftlicher Ebene eine vergleichsweise stabile Entwicklung auf. Hingegen sind sowohl auf der lokalen Ebene als auch bei den Betriebskonzepten starke Veränderungen und Umbrüche zu verzeichnen.
Quelle: Deutsche Hypothekenbank
Veröffentlicht: 19.09.2011
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