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Immopro24 sprach mit Dr. Frank Pörschke, Sprecher der Geschäftsführung der Commerz Grundbesitz Gruppe (CGG), über aktuelle und künftige Trends an den europäischen Gewerbeimmobilienmärkten. Die CGG managt mit dem „hausInvest europa” unter anderem den Marktführer unter den Offenen Immobilienfonds in Deutschland. Der Fonds hat bereits frühzeitig auf eine Expansion in die europäischen Auslandsimmobilienmärkte gesetzt.
Immopro24: Wie beurteilen Sie die aktuelle Lage an den europäischen Gewerbeimmobilienmärkten?
Dr. Pörschke: Insgesamt sehen wir die Situation sehr positiv. Die meisten europäischen Volkswirtschaften wachsen derzeit stabil. Und davon profitieren auch die Immobilienmärkte. Wir müssen aber genau zwischen den Vermietungsmärkten und den Investmentmärkten differenzieren.
Immopro24: Was bedeutet das im Einzelnen?
Dr. Pörschke: An den Vermietungsmärkten hat es in den vergangenen beiden Jahren an vielen europäischen Standorten einen klaren Aufschwung gegeben. Die konjunkturelle Belebung ließ die Nachfrage nach Büroflächen ansteigen. Dementsprechend sind die Leerstandsraten zurückgegangen und die Mieten haben angezogen. Das betrifft vor allem die beiden europäischen Top-Standorte Paris und London, an denen wir mit einem größeren Bestand an Immobilien bereits gut positioniert sind. Aber auch in Deutschland ist die Trendwende nun definitiv da. Natürlich gibt es an einigen Märkten auch weiterhin Angebotsüberhänge, aber insgesamt ist das Bild doch sehr positiv. An den Immobilien-Investmentmärkten registrieren wir gegenwärtig Transaktionsvolumina in Rekordhöhen. Das gilt übrigens nicht nur für Europa, sondern auch für Nordamerika und Asien. Der Grund dafür ist die hohe Liquidität vieler institutioneller Investoren. Diese investieren heute wesentlich mehr in Immobilien als früher. Angesichts der regen Nachfrage sind die Kaufpreise deutlich gestiegen – und die Anfangsrenditen entsprechend stark zurückgegangen. Diese Entwicklungen werden sich nicht unbegrenzt mit gleicher Dynamik fortsetzen. Es gibt aber im Moment keine Indizien für eine Trendwende. Der Trend ist intakt, wenngleich die Dynamik in den kommenden Monaten etwas nachlassen dürfte.
Immopro24: Was heißt das für Immobilien-Investoren?
Dr. Pörschke: Für Bestandshalter – wie beispielsweise Offene Immobilienfonds mit hohem Auslandsanteil am Liegenschaftsbestand– ist die Situation derzeit sehr komfortabel. Wer in den vergangenen Jahren in hochwertige europäische Gewerbeimmobilien investiert hat, erzielt heute in den allermeisten Fällen stabile oder steigende Mieterträge. Und wer Objekte veräußern will, bekommt dafür im Moment sehr gute Preise gezahlt. Schwieriger stellt sich die Situation für diejenigen dar, die neue Objekte erwerben wollen. Angesichts der hohen Preise muss man sich in jedem Einzelfall kritisch fragen, ob das betreffende Objekt wirklich gut positioniert ist. Denn zumindest kurzfristig dürfte das Potenzial für weitere Wertsteigerungen begrenzt sein. Aber natürlich sind nach wie vor attraktive Investments möglich. Beispiele dafür sind Projektentwicklungen oder Engagements in Wachstumsmärkten, die insgesamt noch mehr Potenzial haben.
Immopro24: An welche Märkte denken Sie dabei?
Dr. Pörschke: Shopping Center in vergleichsweise jungen Märkten bieten attraktive Chancen für Investoren. Als Standorte kommen neben süd- und osteuropäischen Ländern vor allem auch Skandinavien und die Türkei in Frage. Skandinavien ist derzeit auch für Büroinvestments ein sehr interessanter Markt. Und die türkische Wirtschaft hat noch enormes Wachstumspotenzial. Das wird sich künftig in weiter steigenden Einkommen und einer stetig wachsenden Konsumnachfrage niederschlagen. Zudem hat das Land eine im europäischen Vergleich sehr junge und stark wachsende Bevölkerung.
Dr. Frank Pörschke - Sprecher der Geschäftsführung - Commerz Grundbesitz Gruppe
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