2009-03-12
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Deutschland | Green Building, Energieeffizienz
Glänzt der Osten nochmals mit energetischer Effizienz?
Deutschland: Studie: Wohngebäude in den neuen Bundesländern energetisch effizienter als in Westdeutschland / ista vermutet bei Gewerbeimmobilien im Osten sehr gute Energieverbrauchskennwerte / Großer Bedarf an verbrauchsorientierten Energieausweisen
Der Energiepass hat es ans Tageslicht gebracht: Die Gebäude mit der besten Energieeffizienz befinden sich in den neuen Bundesländern. Dies ermittelte eine Studie von ista im Juni 2008. Das weltweit führende Unternehmen für die Erfassung und Abrechnung von Energie, Wasser und Hausnebenkosten erwartet dieses Resultat auch für die Gewerbeimmobilien in den neuen Bundesländern.
„Im Osten Deutschlands wurden in den 90er Jahren vergleichsweise mehr Gebäude saniert oder neugebaut als im Westen. Deshalb gehen wir davon aus, dass der Osten auch bei den gewerblichen Immobilien in Sachen Energieeffizienz die Nase vorn hat“, so Karsten Zastrau, Produktmanager von ista. Genaue Daten werden dem Unternehmen in einigen Monaten vorliegen.
Spitzenreiter auf Bundesebene bei Wohngebäuden ist im Ländervergleich Mecklenburg-Vorpommern. Hier ermittelte ista einen Energieverbrauchskennwert von 107 Kilowattstunden Wärmeverbrauch pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m2a). Auf den danach folgenden Plätzen befinden sich Thüringen (115 kWh/m2a), Sachsen (119 kWh/m2a), Sachsen-Anhalt, Brandenburg (128 kWh/m2a) und Bayern (130 kWh/m2a). Am Ende stehen Hamburg (149 kWh/m2a) und Niedersachsen (150 kWh/m2a). Schleswig-Holstein, Hessen und Baden-Württemberg befinden sich mit jeweils 145 kWh/m2a knapp davor. Als Bezugsgröße ist die Gebäudenutzfläche vorgegeben, die gewöhnlich um 20 Prozent größer ist als die Wohnfläche. Der Mittelwert beim Bundesvergleich liegt laut ista bei 133 kWh/m2a. Im Bezug auf die Energieeffizienz sind damit mehr als neun von zehn Objekten in Deutschland im „grünen Bereich“.
Neue Gebäude mit deutlich niedrigeren Verbrauchswerten
Vor allem jüngere Gebäude weisen deutlich niedrigere Energieverbrauchskennwerte auf. „Die Ermittlungen zeigen ganz klar, dass sich die strikten Gesetzesvorgaben für die Energieeffizienz bei Neubauten bezahlt machen. Diese Entwicklung wird sich durch die Novellierung der Energieeinsparverordnung weiter fortsetzen“, so Karsten Zastrau. Mit der Energieeinsparverordnung 2009 sollen die Vorgaben an Neubauten nochmals strenger werden. Schwerpunkt der Novellierung soll insbesondere die Stärkung des Vollzugs der Verordnung sein.
Wohnungsunternehmen entscheiden sich für Verbrauchsausweis
Für die Erstellung des Energieausweises hat der Gesetzgeber verschiedene Fristen vorgeschrieben. Bei Wohngebäuden, die vor 1965 gebaut wurden, ist der Energiepass seit 1.07.2008 vorgeschrieben. Für alle anderen Wohngebäude ist das Dokument seit 1.01.2009 auf Verlangen vorzulegen. Ab 1.07.2009 müssen auch Eigentümer und Vermieter von Nichtwohngebäuden den Energiepass auf Wunsch vorzeigen. Allerdings können sie frei wählen zwischen der bedarfsorientierten und der verbrauchsorientierten Variante.
Die Nachfrage nach dem teureren Bedarfsausweis war bescheiden, so Karsten Zastrau, die meisten der großen Wohnungsunternehmen hätten fast ausschließlich den preiswerten Verbrauchsausweis gewählt. „Wir erwarten auch im Gewerbebereich eine große Nachfragewelle beim verbrauchsorientierten Energieausweis“, sagt der Produktmanager. ista hat bislang rund 200.000 Energieausweise ausgestellt.
Zumeist entscheiden sich die Wohnungsunternehmen für eine Ausstattung des gesamten Immobilien-Portfolios mit Energiepässen, unabhängig von den unterschiedlichen Einführungsfristen. Mittlerweile ist auch der Bedarf an energetischen Auswertungen des kompletten Objektbestandes gestiegen. „Die Einführung des Energieausweises hat die Eigentümer und Vermieter von Wohngebäuden für die Energieeffizienz Ihrer Immobilien sensibilisiert. Voraussichtlich entwickeln sich Aufmerksamkeit und Nachfrage mit der Einführung des Energieausweises für Nichtwohngebäude ähnlich“, prognostiziert Karsten Zastrau.
Karsten Zastrau für ista - 2009-03-12
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